Folge 2 mit Heribert Prantl

Shownotes

Von der Diplomatie des Westfälischen Friedens bis zur Verleihung des Friedenspreises an die NATO: In der zweiten Folge von „Friedensfall“ spricht Wulf Schmiese mit Heribert Prantl über dessen Kritik an der Preisvergabe, seine Arbeit in der Jury des alternativen Westfälischen Friedenspreises und die Frage, welche Rolle ein Militärbündnis für den Frieden spielen kann. Es geht um die NATO im Kalten Krieg, ihre späteren Interventionen und den Krieg in der Ukraine.

Im Zentrum des Gesprächs stehen die Grenzen militärischer Abschreckung, die Gefahr weiterer atomarer Aufrüstung und die Frage, wie Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine beginnen können. Prantl plädiert für eine wirksame Verteidigung der Ukraine, warnt aber vor einer grenzenlosen Aufrüstung. Wulf Schmiese hält dagegen: Was bedeutet das für die Freiheit und die Menschen in der Ukraine? Und worüber soll überhaupt verhandelt werden?

Das Intro dieser Folge nutzt eine KI-generierte Stimme.

Transkript anzeigen

00:00:00: Ein Friedenspreis ist für mich ein Preis, der für einen unbewaffneten und entwassenen Frieden stieg.

00:00:20: Was

00:00:20: braucht

00:00:23: Frieden heute?

00:00:25: Das ist der Titel unseres Gesprächs hier Und zwar spreche ich mit Herbert Brandtl.

00:00:34: Er war lange in der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, hatte dort viele Positionen.

00:00:41: Innenpolitikchef, Meinungschef ist immer noch als Publizist auch tätig Und hat auch noch einen anderen Hintergrund, nämlich er war Richter.

00:00:52: Er war Staatsanwalt.

00:00:53: Er hat sozusagen sich mit Frieden und Gerechtigkeit schon vor seiner publizistischen Zeit und journalistischem Zeit

00:00:59: befasst – also kleinere Evele!

00:01:01: Ja aber da gilt es ja auch um sozusagen ein Miteinander eine Auskömmlichkeit und da reden wir jetzt auf großer Ebene.

00:01:09: Und zwar Herr Robert Brandtl Es geht um den westfälischen Friedenspreis.

00:01:14: der wird nämlich in diesem Jahr der NATO verliehen.

00:01:20: Und da denkt man schon mal, der westfälische Friede, der von sixteenhundertachtundvierzig in Münster steht für Ordnung durch Verständigung und Einbindung.

00:01:34: Das sagte der Mann, der sozusagen diese Preisverleihung mit organisiert hat – das ist nämlich Rainer Zinkern, das ist der Vorsitzende Die verleihen diesen westfälischen Friedenspreis.

00:01:48: und Herr Zimkan sagt noch, genau das leistet die NATO im XXI.

00:01:53: Jahrhundert.

00:01:54: also wie der Westfälische Friede stehe auch die NATO für Ordnung durch Verständigung und Einbindung.

00:02:00: Herr Robert Brandtl was sagen Sie zu der Idee der NATO diesen Friedenpreis in diesem Jahr zu verleinen?

00:02:05: Liebe Herr Schmiese da bleibt mir ehrlich gesagt und zumal bei dieser Begründung bleibt mir die Luft weg ich bin ein wirklich ein ganz großer Freund dieses westfälischen Friedenspreises.

00:02:16: Ich finde den westfälligen Frieden von sechsundachtundvierzig, ich habe eben der Juristerei auch Geschichte studiert und dieser westfältische Frieden war für mich immer ein Hochfest der Diplomatie.

00:02:29: und wenn ich an den Chefverhandler denke ja an all diese Contarini, den weltweisen venezianischen Diplomat wie im Koloman genannt hat dann ziehe Jahrhunderte später den Hut vor dieser unglaublichen diplomatischen Leistung in fünfjährigen Verhandlungen, bei denen keiner da eigentlich verhandeln wollte.

00:02:55: Da denke ich oft an die derzeitige Situation zwischen der Ukraine und Russland und all denen, die sagen müssten wir hier nicht für Frieden sorgen.

00:03:04: Da denk ich an das Situation im siebzehnten Jahrhundert Die Situation vor dem westfälischen Frieden, wie alle Kriegsparteien eigentlich nicht verhandeln wollten und die Diplomatie es zu weh gebrachte.

00:03:18: Diese Streitparteien, die

00:03:22: ja...die

00:03:24: Deutschland verwüstet haben.

00:03:26: Deutschland glaube ich hatte zu Beginn des dreißigjährigen Krieges achtzehn Millionen Einwohner an und am Ende des Dreißigjährigen Kriegs elf Millionen Einwonner.

00:03:35: Es war Eine Katastrophe und das Wort Katastrofe ist eigentlich gar nicht mehr das Richtige geworden.

00:03:42: Es war ein Katastrophen, es waren Erzicht-Krise die über Sander lag, es war eine Katastrolle.

00:03:47: Und deswegen ist für mich dieser Preis einen so wunderbarer Preis.

00:03:51: Aber die NATO, dass stört sie offen?

00:03:53: Die NATO

00:03:54: stört mich.

00:03:55: Für mich als jemand der ein großer Freund des Preises ist...

00:04:03: Das

00:04:04: ist der falsche Preisträger.

00:04:09: Diese Preisverleihung ist für mich die Umwertung aller Werte, die in diesem Preis angelegt sind.

00:04:15: Ein Friedenspreis ist ein Preis für einen unbewaffneten und für einen entwaffnenden Frieden steht.

00:04:23: Ist das unbewaffnet?

00:04:25: der Prankl, um das mal zu sagen?

00:04:26: Im Grunde ist ja die NATO ein Bündnis was zu Beginn des Kalten Krieges gegründet wurde.

00:04:33: In den Neunzeiten neunundvierzig Deutschland kam erst später dazu aber singt ja unmittelbar mit der deutschen Vergangenheit auch zusammen to keep the Americans in Russians out, the Germans down.

00:04:45: Also man wollte sozusagen Frieden schaffen zumindest für den Westen sag ich mal.

00:04:51: und da sagen doch viele Verteidiger dieses Preises das hat die NATO auch geleistet.

00:04:57: Die NATO hat im Grunde auch wenn es ein kalter Krieg war aber zumindest verhindert.

00:05:02: dass ist ein heißer Krieg.

00:05:04: Sie sagen ja selbe Beispiel, sie hat die Nato geleistelt!

00:05:07: Die NATO sich verändert.

00:05:09: wenn sie dann NATO Vertrag ließen Da stehen eigentlich in der Präambel, da stehen im Artikel eins ganz wunderbare Sachen.

00:05:17: Die NATO ist von der Einrahmung her tatsächlich ein friedlebendes Bündnis.

00:05:22: aber die NATO hat sich verändert.

00:05:27: Wer den NATO ehrt?

00:05:30: Der ehrtt einen Schutzbündnis Aber auch Ein Schutzbündnis, aus dem eine Konfliktpartei geworden ist.

00:05:39: Die NATO hat sich ja spätestens mit dem Jugoslawienkrieg in eine bewaffnete und konfliktführende Macht verwandelt.

00:05:55: und einen Preis, einen Friedspreis gerade jetzt.

00:06:01: Und warum gerade jetzt begründe ich gleich noch?

00:06:05: Gerade jetzt zu verleihen, das entwertet meines Erachtens den Preis.

00:06:10: Und es überfordert auch dem Preisträger wenn man erwartet dass der Generalsekretär mit der Entgegennahme des preises sich sozusagen in der Art und Weise wie die NATO in die Zukunft führt Ja, friedlicher Verhält.

00:06:31: Er kann das nicht.

00:06:31: und jetzt komme ich zu dem was mich am meisten umtreibt.

00:06:34: Er erkannt es nicht angesichts einer Führungsmacht der NATO.

00:06:39: Einer Führungsmacht USA die immer aggressiver, immer belätsistischer Auftritt und auch den Weltruf der NATO komplett verändert.

00:06:51: Aber

00:06:51: dann kurz da unterbrechen weil gerade das ist ja der innere Konflikt der NATO den Mark Rote, der NATO-Generalsekretär unter Aufbringung fast schon menschlicher Qualen hat man den Eindruck versucht zu verhindern.

00:07:07: Dass diese NATO eben to keep the Americans in – also das was der Lord Isme, der erste NATO-Generalsekretär damals geprägt hat als Skurr, die Amerikaner drin halten in Europa – versucht ja Rute durch Bis hin zur Unterwerfung hat man ja manchmal den Eindruck, wenn wir als Journalisten sie und ich das sozusagen sehen denken wir mein Gott was ist das denn für eine Schleimerei gegenüber Donald Trump.

00:07:29: Und dann gibt es aber die Begründer die sagen um Gottes Willen wir müssen die doch drin halten damit Sie in gewisser Weise gezähmt sind.

00:07:36: also man kann ja auch sagen dieses Bündnis NATO hält im Grunde die Amerikaner irgendwie noch ein bisschen unter Kontrolle.

00:07:45: Wir müssen mal schauen, was die Trump-Regierung zu ihrem militärischen Auftreten sagt.

00:07:53: Petexett, der sich ja Kriegsminister nennt.

00:07:57: Der Verteidigungsminister der USA?

00:07:59: Ja, ein Titel, den ihm Trump verliehen hat und will diesen Titel wieder gebrauchen.

00:08:09: Er hat gesagt... Wir werden in die Offensive gehen, nicht in die Defensive.

00:08:14: Und dann begründet er das wie folgt und führt es wie folgt aus maximale Tödlichkeit, nicht laue

00:08:22: Legalität.".

00:08:23: Da sagt der für den NATO oder sagt er das für die USA?

00:08:26: Das ist für die US-Aha.

00:08:26: aber er sagt jetzt natürlich als Führungsmachter von der USA und in dem Zeitpunkt, in dem man – Sie haben's gerade beschrieben was Ruth vorhat sozusagen mit fast Unterwerfung die USA noch zu zähmen und zu domestizieren, genau in diesem Zeitpunkt dieser NATO mit dieser Führungsmacht den Friedenspreis zu verleihen.

00:08:50: Das ist eine völlige Überforderung dieses Friedenpreises und eine Verfremdung dessen was im Friedenskreis angelegt ist.

00:09:03: Man kann fragen ob ein Militärbündnis grundsätzlich Ein geeigneter Partner für einen solchen Friedenspreis ist.

00:09:13: schon da, hätte ich meine Zweifel.

00:09:15: Aber in dem Zeitpunkt etwas dieses zu machen?

00:09:19: Es ist für mich der allerfalscheste Zeitpunkt.

00:09:22: Sie haben ja selber vor zwei Jahren Buch geschrieben das sie es den Frieden gewinnen und Gewalt Verlernen.

00:09:29: und korrigieren Sie mich, wenn es falsch ist.

00:09:32: Aber ich meine dass sie gesagt haben zu dem Preis als solches.

00:09:37: jetzt urigt gerade ihr Zitat mit der Metzgerinnung.

00:09:42: Können Sie das nochmal sagen?

00:09:43: Sie haben die Preißverladung kritisiert.

00:09:45: Das ist so wie wenn man den Vegetarierpreis der Metzkerinnung verleihen würde.

00:09:48: Wichtig!

00:09:49: Und so sei das mit diesen NATO-Preist.

00:09:52: Es

00:09:53: ist... Der Jurist wird sich fragen, es ist ein errorin Objektor Es ist der Falsche, es ist ein Irrtum im Preisträger.

00:10:00: Ich kann's verstehen so wie Sie es vorher begründet haben einfach zu sagen Der Preis soll mahnen er soll warnen in der Art und Weise fortzufahren wie es die Trump-Regierung angelegt hat.

00:10:15: Die Trump-Regierung, auch der Präsident hat ja angekündigt.

00:10:19: Nicht als NATO-Aktion aber immerhin als Führungsmachter NATO.

00:10:24: Wir werden den Iran in Grund und Boden bomben.

00:10:28: Es wird von der Zivilisation des Iran nichts mehr übrig bleiben.

00:10:32: Das sind Sätze die einem das Blut in den Ardern gefrieren lassen Und bei denen ich mir denke es fällt auf Die NATO zurück.

00:10:46: Es verändert den Ruf der NATO, wenn die Führungsmacht so auftritts, agiert und

00:10:53: agitiert.".

00:10:55: Ich sag's noch einmal für mich ist es der falsche Zeitpunkt!

00:10:57: Aber ich will nochmal auf ihr... Unsere sind stark in Sprachbildern, aber immer wenn ich über Texte lese den Eindruck das ist super da wärst du gerne selber drauf gekommen.

00:11:07: Dieser Satz noch mal.

00:11:08: Wenn man ein Militärbündnis mit einem Friedenspreis auszeichnet, dann ist das so wie wenn man die Metzgerinnung mit dem Vegetarierpreis ausgezeichnet?

00:11:17: Ganz ehrlich ist das finde ich vom Sprachbild ganz schön gewagt weil man natürlich eigentlich doch denkt der große Schlachter, wenn wir schon beim Bild der Metzgeinnung sind, der sitzt in Moskau und die Angst vor den großen Schlachten hatte Zeitlebens der NATO von Meinetwegen bis zu den Jugoslawienkriegen die NATO eingedennt.

00:11:43: Durch Abschreckung, durch Hochrüstung können wir vielleicht noch darüber reden.

00:11:48: aber im Grunde Frieden schaffen ohne Waffen das war der eine Aspekt.

00:11:53: und Frieden schaffen auch mit Waffen.

00:11:57: dann hieß es später mal mit immer weniger Waffen als man die abrüsten Sachen hatte.

00:12:00: Aber man muss doch der NATO zugute halten.

00:12:02: so wie man Feuer mit Feuer bekämpft bei Waldbrenten, kann man möglicherweise auch Krieg durch Rüstung bekämpfen.

00:12:09: Jedenfalls hält halten das DINATO befürworter für einen Verdienst des währendes kalten Krieges.

00:12:17: Die NATO genau das geleistet hat.

00:12:20: ist das falsch?

00:12:21: Hat die nicht wirklich ein Waffenbündnis?

00:12:23: Sie haben sie hat dazu dabei getragen.

00:12:25: aber es kann doch nicht das Argument sein die Aufrüstung Adlibitum immer weiterzuführen.

00:12:34: Ich war in der Zeit, an der man Abrüstungsverhandlungen geführt hat und in der man versucht hat die Atomare Hochrüstung einzudämmen.

00:12:45: Man kann darüber streiten welche Wege richtig waren ob die Pläne die den NATO verfolgt hat, die damals Kanzler Helmut Schmidt verfolgte übrigens auch ein preisteriger des Westfälisch Fritz Damals ist viel gestritten worden in der damals noch stark streitenen SPD.

00:13:04: Ob der Weg richtig ist, er war in dem Fall richtige, ich hab's länger Zeit, viel mit Außenpolitikern wie Egon Bader rüber geredet und im Strich hat es geholfen.

00:13:17: Es heißt aber nicht dass die uferlose Weiteraufrüstung des Rezept für die Zukunft seil.

00:13:26: Aber noch mal, wo waren Sie als sozusagen die Kritik an der NATO-Nachrüstung gab?

00:13:35: Er hat ja sozusagen darüber in Straucheln gekommen mit seiner Kanzlerschaft.

00:13:39: Also eine Partei natürlich ganz anderer Meinung war als er, dass man die NATO Nachrüstungen braucht.

00:13:43: und dann gab es die großen Friedensdemonstrationen.

00:13:46: Erinnern sie sich, wo wahren Sie in der Zeit sind?

00:13:48: danach glaube ich erst... dann als Richter begonnen Anfang der Achtzigerjahre.

00:13:53: Waren Sie dabei?

00:13:54: Waren sie da engagiert in diesen Demos gegen diese NATO-Nachrüstung, den NATO-Doppelbeschluss?

00:14:01: Ich war beim Streiten dabei und habe bei vielen Diskussionen mitgemacht.

00:14:05: War noch nicht so festgelegt wie später festgelegt war.

00:14:08: es hat damals glaube ich auch der Streit und die Debatten die es gab haben beigetragen die Abrüstungsverhandlungen zu forcieren.

00:14:24: Sie haben ja die Wichtigkeit der Abrüstung, der Politik mit deutlich

00:14:32: gemacht.

00:14:32: Aber erst mal wurde aufgerüstet.

00:14:34: also nach dem Schluss führte er dazu dann Grohler das dann weitergeführt... Das Mal

00:14:38: wurde auf gerüstet und dann setzte für viel zu kurze Zeit die Abrüstung ein.

00:14:44: ich sehe momentan keinerlei Keinerlei Abrüstungsbemühungen.

00:14:49: Aber liegt das an der NATO?

00:14:50: Jetzt hat man noch mal unser Sprachbild, sitzt nicht der große Schlachter in Moskau im Kreml und will mit dem Abrüstungsverhandlungen führen?

00:14:58: vielleicht war ja sozusagen das was je erinnern mit Egon Bar und Abrüstung Verhandlungen und da war es sozusagen eine KPDSU-Führung und letztlich auch ein irgendwo innerhalb der Sowjetunion ein sich kontrollierendes System wo man noch rational mit Männern Kreisen verhandeln konnte, die aber irgendwo auch ein übergeordnetes Friedensinteresse hatten.

00:15:24: wo man bei Putin manchmal sich fragt wer kontrolliert den?

00:15:29: und hat eher sozusagen ein ernsthaftes Friedens Interesse.

00:15:34: Wer sollte heute der Egon Bar sein, der mit Putin verhandelt?

00:15:38: Sehen Sie da einen Sinn drin?

00:15:40: Ich glaube wir hatten vorher von einer Wo ist fünf Jahre gedauert?

00:15:47: Wir haben genau die Situation, wo alle sagen es nutzt nichts.

00:15:52: Das hilft nichts!

00:15:53: Die Kriegsparteien, die Habsburger... ...die Schweden wollen nicht und es hat einen Diplomat hingebracht und das feiern wir heute.

00:16:04: Das preisen wir, das loben wir.

00:16:07: Und ich denke,

00:16:09: das

00:16:09: ist der Antwort auf ihre Frage.

00:16:13: Diese diplomatischen Bemühungen, die hinter diesem Preis stehen, der sollten Sie heute versuchen wieder einzufädeln.

00:16:24: Ich sehe das einfädeln bisher nicht.

00:16:26: Wir sagen alle und das ist sozusagen da fast einhellige Medienstandpunkt im Westen es hilft ja eh nichts.

00:16:34: ich würde gern wissen wollen ob's wirklich nichts hilft?

00:16:37: Ich würde gerne diesen Putin am Verhandlungstisch gegebenenfalls entlarven.

00:16:44: Ich würde versuchen wollen, diplomatisch eine Gesprächsatmosphäre zu schaffen die vielleicht in längeren oder langen Verhandlungen zum Frieden führt.

00:17:04: Ich sehe ehrlich gesagt, Lieber Herr Schmese ich sehe sonst keine Möglichkeit.

00:17:10: immer weiter Aufrüstung und schließlich die Atomareoption Friedenschaft.

00:17:19: Aber ist diese Atomaraoption, die ja nie gezogen wurde?

00:17:23: Immer war es die Furcht bis heute da der Abschreckung dass das ja auch funktioniert hat.

00:17:28: Und jetzt sagen die einen ich gehe noch mal in dieser Zeit der Friedensbewegung zurück Die Angst war so groß vor der atomaren Reaktionsmöglichkeit, die theoretisch auch die Sowjetunion nochmals hatte.

00:17:41: Das ist ja den Spruch gab lieber rot als tot!

00:17:44: Dass man sagte komme was mag.

00:17:46: im Zweifel müssen wir uns dann halt irgendwie arrangieren mit einem anderen System.

00:17:51: aber wir können doch nicht die Erde auslöschen.

00:17:53: sehr nachvollziehbar rein menschlich gesehener Punkt.

00:17:56: und auf der anderen Seite gab es die Gegner die sagen habt ihr sie noch alle?

00:18:00: Wir wollen unser System unsere Freiheit aufgeben?

00:18:04: nein dann schrecken wir lieber.

00:18:06: Also machen eine Abschreckung, rüsten dagegen auf und sagen eure Waffen werden zuerst zerstört.

00:18:11: Atomara erst schlag auch möglich whatever.

00:18:14: das sozusagen sehen viele.

00:18:16: der dank an die NATO ist die freiheit die wir doch gehabt haben.

00:18:21: wir wie wir hier im westen wunderbar unsere Freiheit als Journalisten auch erlebt haben und deswegen braucht es auch die NATO dass da wo die Welt frei ist, aber auch frei bleibt.

00:18:33: Also das was der klassische Westen war.

00:18:35: Vielleicht ist das ein Grund für den Preis dass Inato einen Friedenspreis verdient hat?

00:18:39: Ich tue mich schon schwer lieber Herr Kollege Dass ich wenn ich die USA im Kopf habe und die Trump-Regierung von der Welterfreiheit rede Wenn ich die täglichen Nachrichten höre, überbleiben wir ruhig mal dabei!

00:18:54: Ich hab Schwierigkeiten wenn ich mir vorstellen soll dass die Freiheit und das, was wir damit verbinden nur mit immer weiterer Rüstung erhalten werden soll.

00:19:09: Mir ist das Risiko zu groß!

00:19:11: Mir ist es Risiko eines Fehlers im Atomarnsystem zu groß.

00:19:17: Deswegen denke ich müssen wir verhandeln.

00:19:20: Müssen wir im Geiste des westfälischen Friedens dieses Hochfestes der Diplomatie eine Chance geben.

00:19:30: Das heißt nicht, dass ich ad hoc und sofort sämtliche Waffenlieferungen an die Ukraine stoppen möchte.

00:19:40: Man kann sich doch ausfragen wann die Nothilfe für die Ukraine, für die ich blädiere in einen zu viel die Juristen nennen es dann Nothilfe Exzess übergeht der mehr Schade bei es nützt.

00:19:56: Aber

00:19:56: jetzt ist ja gerade eher umgekehrt, die Ukraine hat ja große Sorge weil sie eigentlich zu wenig Waffen hat keine Patriots mehr, die sie via NATO teilweise auch kriegt.

00:20:06: Sind Sie der Meinung das ist richtig?

00:20:08: Also so... Das was Sie gerade gesagt haben sozusagen das Plädoyer zur Abrüstung, zur Verhandlung.

00:20:14: Was sollen die Leute in Tcharkiv oder Kiev dazu sagen?

00:20:19: Ich glaube die hätten nichts dagegen wenn zwar einerseits ein Eine Verteidigungsbereitschaft und eine Verteiligungskraft da ist, aber andererseits endlich das Verhandeln beginnt.

00:20:34: Ich war empört als begeisterter Europäer, dass dieser seltsame Präsident des Verhandlungen anfangen musste – nicht die europäische Gemeinschaft, die die Verhandlung eingefädelt hat.

00:20:53: Das war wirklich eine eklatante, schwäche Europas die wir uns nicht hätten leisten sollen und ich hoffe und erwarte mir von der europäischen Gemeinschaft und von den maßgeblichen Protagonisten diese Verhandlungen endlich einzuleiten.

00:21:14: Und ob da zu den Zwecken zur Beförderung dieser Verhandlung der Preisträger NATO oder Richtiger es war gezogen?

00:21:23: Und nochmal

00:21:23: die Frage.

00:21:23: Sie haben ja Edon Barr, das war der klassische Unterhändler von Willi Brands Ostpolitik, der eben auch Verhandlungen und nicht öffentlich geführt hat.

00:21:36: Haben sie von ihrer politischen Kenntnis jemanden im Kopf, der sowas machen könnte?

00:21:43: Wer für wer könnte heute seitens der NATO-Partner, seitens Deutschland so ein Verhandler sein?

00:21:53: Ich würde nichts gegen Angela Merkel einwenden, beispielsweise.

00:21:57: Ich habe mir sogar gedacht als einhellig fast die ganze deutsche Medienlandschaft sich empörte gegen den Ex-Kanzler Schröder wegen seiner Freundschaft zu Putin.

00:22:11: ich dachte mir wenn er es zur Wege bringt erst mal Verhandlungen einzuleiten dann soll das mir recht sein.

00:22:22: die Kriegsparteien und Europa an einem Tisch sitzen.

00:22:27: Wie das eingefädelt wird, wie es beginnt – da bin ich zu viel bereit!

00:22:31: Es wird lange dauern, es wird ein intensives Verhandlung sein aber wir brauchen Friedensverhandlungen.

00:22:40: Ich glaube auch Sie haben gerade die Menschen in der Ukraine angesprochen.

00:22:44: Ich glaube sie brauchen diese Perspektive.

00:22:48: Aber was soll denn verhandelt werden?

00:22:50: Eine Verhandlung heißt ja immer sagen und gehen wir an den dreißigjährigen Krieg, da wurde über etwas verhandelt.

00:22:54: Da wurde über Grenzenverhandelter, über Bereiche verhandlt wo man sozusagen seinen Glauben zu leben konnte oder anders leben konnte.

00:23:02: Es waren viele Religionssachen aber es ging eben auch um Territorien usw.

00:23:07: Und da sagen doch die Leute in der Ukraine das ist doch alles klar!

00:23:11: Das ist doch längst irgendwie ausverhandelt, was die Ukraine ist, inklusive der Krim.

00:23:15: Und dafür haben sie ihre Atomwaffen abgegeben, weil die Krim zur Ukraine zählt wird.

00:23:21: Ich bin jetzt nicht der Herr Schmiese, deren Friedsplanung?

00:23:23: Nein, nein!

00:23:23: Ich wollte nur fragen, aber ich sage ja man soll verhandeln und ich frage mich jetzt ein Verhandlungsführer muss ja sozusagen irgendeinen Kompromiss haben und da sagen natürlich viele, was soll man denn mit... Putin verhandeln, also dass man ihm am Ende ein Gebiet gibt.

00:23:40: Ich glaube das ist ja so ein bisschen das Problem bei der ganzen Frage Frieden als solcher?

00:23:48: Frieden in Freiheit ist immer die NATO-Losung gewesen, dass sie sagen, die sollen auch in ihrem Gebiet frei leben können und deswegen will man eigentlich keinen Quadratzentimeter Regime abgeben, so argumentieren zumindest viele in der Ukraine.

00:24:04: und deswegen ist ja die große Frage verhandeln.

00:24:06: Ja das gibt tolle historische Vorbilder wo das funktioniert hat.

00:24:12: aber in diesem konkreten Fall über was?

00:24:15: Über will ich zum Frieden.

00:24:17: Ich bin jetzt nicht derjenige der sagt wir möglicherweise wird die Krim ausgegliedert aus dem aus dem ukrainischen Staatsverband.

00:24:29: Aber es werden Vorschläge dieser Art für eine gewisse Zeit Gebiete auszukliedern, einer wie auch immer Verwaltung zu unterstellen diskutiert werden müssen.

00:24:44: Es werden möglicherweise Garantien gegeben werden müssen im Bezug auf die Mitgliedschaft in der europäischen Gemeinschaft, möglicherweise in der Nicht-Mitgliedschaft.

00:25:01: Es wird dann viel diskutiert werden.

00:25:03: Darüber war es angeblich im Zusammenhang mit den Verhandlungen, die dieser deutschen Einheit führten schon zugesichert worden war oder wird viel gestritten?

00:25:12: Ich weiß nicht was ich faszinierend fand weil sie den westfälischen Frieden erwähnen und wir waren beide häufig schon da in diesem Friedenssaal in Münster und dann sehen wir diese großen Porträts der... uns allen historisch gar nicht mehr bekannten Verhandler damals, die mit ihren Schnabelschuhen und ihren komischen Kragen und ihrem schwarzen Mützen da waren.

00:25:34: Und sie haben vollkommen recht wie wahnsinnig modern eigentlich diese Friedensverhandlungen abliefen!

00:25:44: Und da war für mich jedenfalls die Überraschung als ich mich damit mal befasst hatte... Die hatten zwei Grundsätze die am Ende vielleicht zu dem Frieden, den Frieden im Plural geführt haben.

00:25:56: Ein Grundsatz war setzt die Kriegsparteien nicht an einen Tisch.

00:26:01: deswegen war es der Frieden von Münster Und Osnabr, da hatte man das der ratholische Münster für die katholischen Mächte und Osnablöcke als es für die protestantischen Mächte.

00:26:10: Dann wurden sozusagen berittene Boten, diese fünfzig Kilometer, die Vorstellungen der einen Seite überbrachten.

00:26:18: Das heißt, es gab sozusagen noch nicht mal die physische Möglichkeit, dass sie sich an die Gurre gingen.

00:26:25: Das war die eine Sache.

00:26:26: Setz nie die beiden Verhandlungsparteien an einen Tisch!

00:26:29: Deswegen dauerte es vielleicht auch so lange... Und das zweite, und das finde ich eigentlich noch viel moderner und fast übertragbar, dass wir jetzt darüber nochmal reden können wie das ist.

00:26:38: Verhandeln keine Wahrheiten!

00:26:40: Verhandlen nicht ob das protestantische besser ist als das katholische da kommst du nicht weiter.

00:26:46: verhandeln nur Interessen.

00:26:48: Keine Wahrheiten.

00:26:49: du wirst am Ende vermutlich mit Putin ja auch nicht über die Demokratie oder die Autokratie.

00:26:54: und was ist besser?

00:26:54: Was ist das beste System kommt es ja nicht weit sondern Zieh klare Grenzen und verhandeln nur Interessen.

00:27:00: Und da ist doch eigentlich das Interesse der Ukraine klipp-unklar, jetzt sagen sie dass die.

00:27:06: Russland hat sicherlich auch ein Interesse aber da kommen wir dann schon wieder in schwierige Gewässer zu sagen was wollen wir denn dem russischen Volk sozusagen vorverhandeln ob die ihn frei erleben können oder nicht?

00:27:18: Ich

00:27:19: meine das Interess des ukrainischen Volkes auch das Interessen des russlichen Volkes dass das Töten beendet wird.

00:27:28: Das ist für mich die allererste große Forderung.

00:27:32: Wir können natürlich uns zurückbeziehen auf den westfälischen Frieden und stellen fest, damals mussten wir nicht und konnten wir gar nicht.

00:27:42: Und die Verhandler nicht über Kriegsschuld sich streiten.

00:27:46: Das war

00:27:46: ein eindeutiger Kriegsschuld, da waren viele Konflikte.

00:27:49: Hier ist es völlig klar, die Kriegs- schuld liegt bei Protein.

00:27:54: darüber muss man nicht verhandeln.

00:27:56: Aber es muss auch unter diesen Prämissen möglich sein, das Töten zu beenden.

00:28:04: Es kann nicht im Interesse der NATO als der Partei sein, die unterstützend hinter der Ukraine steht und dass das Tötchen noch jahrelang weitergeht.

00:28:15: Wir führen mittlerweile einen Krieg, der schon länger dauert als der Erste Weltkrieg.

00:28:20: Also dieser Ukraine-Krieg dauert länger als der erste Weltkrig.

00:28:26: so engagiert sind in der Art und Weise, wie wir ihn unterstützen.

00:28:29: Und weil wir ihn beenden wollen?

00:28:32: Ich meine es ist ja jetzt eine reine Verteidigung.

00:28:34: und da kommen wir auf die NATO nochmal zurück, die sich immer als ein reines Verteidiungsbündnis gesehen hat.

00:28:40: Im Grunde dass zumindest das in den neunziger Jahre hinein auch wirklich nur war.

00:28:44: ich habe noch mal nachgeguckt, weil sie sagten Jugoslawien!

00:28:46: Der erste Einsatz der NATO war, dass sie eine Flugverbotszone über Bosnien Mitte der neunziger Jahre überwacht hat.

00:28:55: Das war sozusagen die nach Ende des kalten Krieges, die Funktion der NATO.

00:29:01: Das waren noch mit UN-Mandat gemacht.

00:29:03: Das

00:29:03: nächste war kein UN- Mandat?

00:29:05: Das war dann der Kosovo-Krieg, neunundneunzig.

00:29:07: Achtensitzig Tage lang Bombardierung, Jugoslawiens ohne UN-mandat.

00:29:12: und daran sagen viele habe die NATO ihre Unschuld verloren.

00:29:18: Hat sie das damals übrigens ein... Grüne Außenminister Joschka Fischer, der das auch noch verteidigt hat.

00:29:22: Das

00:29:22: macht ihn nicht unschuldig!

00:29:25: Ja aber wie haben Sie es erledt?

00:29:26: Also neunundneunzig.

00:29:28: Ich war dagegen.

00:29:28: Ich habe damals massiv und intensiv dagegen argumentiert.

00:29:32: Aber ich habe auch damit argumentiert dass die NATO als Bündnis das friedensstiftend und friedensrechtlich geraumt ist, damit diese friedensrechtliche Potenz verliert.

00:29:50: Und das ging ja auch dann, es ging ja dann weiter in Afghanistan und es ging weiter an einigen am Horn von Afrika.

00:30:02: die NATO verwandelt sich in einem Interventionsbindness.

00:30:09: man kann jetzt drüber streiten mit guten Grund mit schlechten Grund.

00:30:14: Es war eine Verwandlung meines Erachtens der NATO als friedlich gerahmtes Bündnis nicht gut.

00:30:24: Wir sagten die NATO-Verteidiger, wir verteidigen die Freiheit und zwar auch die Freiheit der Leute, die sie, nehmen wir das zerbrochene Jugoslawien was damals Milošević eben nicht anerkennen wollte.

00:30:35: und da sah sich die NATO als eine Verteidigerin des status quo, des neuen Status quo, der sozusagen errungen ist durch eine Freiheitsbewegung Und die Reaktionäre damals Milošević, heute Putin.

00:30:51: Die nicht anerkennen wollen das sich Grenzen verändert haben durch friedliche Revolutionen.

00:30:58: und der Raine zum Beispiel sagt wie damals die die neuen auf dem früheren jugoslawischen Terrain lebenden Länder.

00:31:05: Das wollen wir auch und da kam dann DINATO zu Hilfe und jetzt ist es ja auch indirekt.

00:31:10: also Frieden ist das eine.

00:31:12: sie sagen dass wollen wir erreichen?

00:31:13: was mit der Freiheit?

00:31:15: Und was ist mit den Menschenrechten?

00:31:19: Was ist mit der Humanität?

00:31:20: Wir wissen, wie Ginato im Kosovo gebombt hat.

00:31:30: Wie Flüchtlinge jetzt nicht absichtlich aber wie Humanität zerstört vernichtet worden ist.

00:31:41: Es war kein Krieg in dem Humanität mit humanitären Vermitteln verteidigt wurde.

00:31:50: Und ich denke, wenn wir so argumentieren wie Sie es machen und das ist ja etwas, dass als Argument immer wieder kommt – das Argument man führe Krieg um Frieden zu wahren, um Friede wiederherzustellen, um frieden entgültig zu sichern….

00:32:09: Ein universelles Musser ist in der Geschichte immer wieder auftaucht.

00:32:12: Und mir ist es zu leichtfertig, zu sagen wir brauchen den Krieg und die Kriegsvorbereitung um den Kriegt zu sichern.

00:32:22: Ich habe den Eindruck und ich hab mich gefreut als Papst Leo, das sind seine ersten Entzücklicher wirklich auch sehr deutlich sagte und sagte Wir sind zu schnell dabei!

00:32:36: mit Krieg zu argumentieren und den Krieg als positiv und freiheitswahn zu sehen.

00:32:43: Da sind wir bei dem Uralt Argument schon der alten Römer aus dem vierten Jahrhundert Sie wie Sparza im Parabellum, wenn du den Frieden willst bereite den Krieg vor.

00:32:57: und meine Lehre aus der Geschichte ist.

00:32:59: Dieser Satz stimmt nicht!

00:33:01: Wenn wir dann Frieden wollen müssen wir ihren Frieden vorbereiten und deswegen will ich bei all dem was momentan passiert Unterstützung der Ukraine mit Waffen dass wir die europäische Gemeinschaft damit anfangen den Friede nämlich die Friedensverhandlungen einzufädeln.

00:33:22: Wenn du den Frieden willst, bereite denn Frieden.

00:33:25: Das sind logisch wobei ich finde und das war auch nicht mein Argument.

00:33:28: Ich gebe ja sozusagen nur das Argument damit wir hier auch eine spannende Diskussion haben wieder was die Verteidiger der NATO sagen.

00:33:36: aber ist es fair zu sagen die Führenkrieg oder sind sie sozusagen gezwungen?

00:33:40: Nehmen wir jetzt mal den aktuellen Konflikt und auch meinetwegen die Ukraine die irgendwie unterstützt wird von der NATO.

00:33:49: Führen die den Krieg oder müssen sie sich nur verteidigen, weil ein anderer Krieg führt?

00:33:54: Man kann das jetzt auch aufhören.

00:33:55: Sie wissen ja es mischt sich und die Ukraine verteidigt sich auch dadurch dass sie in Russland bombardiert und ich finde diese Art und Weise zur Verteidigung zu eskalieren.

00:34:13: Ich kann's nachvollziehen aber mir ist es zu gefährlich.

00:34:16: Es ist so gefährlich aus der Dinge völlig außer Rand und Band geraten, und wir befinden uns plötzlich in dem was keiner von uns will.

00:34:24: Wir befinden auf einmal im dritten Weltkrieg.

00:34:26: Das kann nicht etwas sein mit dem

00:34:29: Sie wenden uns dann möglicherweise im Bitten Weltkrieg noch tun, was ja nicht.

00:34:34: Noch funktioniert ja erstaunlicherweise wie viele sagen die Abschreckung tatsächlich auch.

00:34:39: bisher hat ja auch noch nicht Russland und Moskau neben der Androhung.

00:34:43: aber und dann hat man doch überlegt und könnte es eine kleine Atombombe geben und solche Sachen diese strategischen Atombassen und so all das Gottlob ist noch nicht passiert.

00:34:54: und da sagen die abschreckungsverteidiger wieder schaut mal dass funktioniert.

00:34:59: Ich habe da es Umfragen gibt, dass die Mehrheit der Menschen in Europa die NATO heute für uns verzichtbar hält und der Meinung ist ohne militärische Stärke gibt es keine Sicherheit und damit eben auch keine Basis.

00:35:14: Und Sie haben vollkommen recht, dass es diese Befürchtungen gibt.

00:35:16: Wohin driftet denn der Westen unter Amerika und Schramm?

00:35:20: Und sind die überhaupt noch ein Bündnispartner?

00:35:22: Deswegen gibt's ja die Überlegung wir müssen sozusagen versuchen eine europäische Verteidigungsgemeinschaft zu binden – einen europäischen NATO, die sich auch abschreckend verteidigen könnte!

00:35:33: Was halten sie denn von diesen Überlegungen eines atomaren europäischen Schutzschirms der

00:35:39: NATO?!

00:35:41: Ich halte von der atomaren Aufrüstung gar nichts... Ich bin nicht der, der es einfädeln und entscheiden könnte.

00:35:49: Aber ich bin dafür die Atomaregefahr so weit herunterzudimmen wie es nur irgendwie geht bei denen die schon im Besitz von Atomkraft sind Und bei Dingen die das Nichts sind zum Beispiel Bei Deutschland eine Atomarierrüstung zu verhindern.

00:36:13: Es ist doch kein Argument zu sagen, weil auf Abschreckung bis ja funktioniert hat.

00:36:21: Rüsten wir immer weiter auftreiben wie die Abschreckungen immer weiter soweit bis irgendwann die Absschreckung einem Punkt erreicht in dem die Aufrüsterei platzt indem sie sozusagen sich den Weg zur Explosion bis ihr den Weg zum Explosionen findet.

00:36:39: das ist es was Papst Leo in einem ganz schönen Satz In der letzten Enzyklika hat.

00:36:45: er angesprochen und beklagt einen Eifer für den Krieg in Gefühl, wir brauchen die Aufrüstung um letztendlich die anderen abzuschrecken.

00:37:02: Ich denke dieses Denken ist zu gefährlich!

00:37:07: Und wir haben vorher von den Abrüstungsverhandlungen.

00:37:18: Wir können nicht zu weitermachen, weil wir zu einem Punkt kommen der irgendwann so eine Explosion führt und ich würde mich unendlich freuen wenn wieder an Denken erreichen würden, das soweit konnte.

00:37:32: Aber ist nicht gerade das was Sie grade sagen der Punkt gewesen dass die Abschreckung letztlich zum Frieden geführt hat?

00:37:37: Weil damals war den Verhandlern sie sprechen KSZE Konferenz für Sicherheiten zusammen Arbeit in Europa Helsinki Prozess wo eben in den siebziger Jahren Die ideologisch völlig konträren Mächte zu dem Schluss kam es ist Wahnsinn was wir sozusagen der Welt antun könnten und deswegen müssen wir abrüsten.

00:37:59: Da hat doch im Grunde die Abstreckung zu zumindest Friedensverhandlungen...

00:38:03: Wenn ich das jetzt konzediere, dann darf ich doch nicht konzedieren dass der Wahnsinn, den er wieder einsetzen soll, dass der wahnsinn multipliziert wird und dann dazu führt, dass dieser Wahnsinn wieder beendet wird.

00:38:19: Ich glaube das Denken ist Wahnsinn!

00:38:22: Ich finde übrigens das sehr nachvollziehbar und sympathisch wie loben Papst Leo, der sozusagen natürlich für den Frieden sagt.

00:38:31: Aber jetzt bringe ich mal ein Argument – und das will ich gar nicht als Mainz bringen – aber dass viele da sagen ist die moralische Reinheit des Pazifismus einen Luxus, den sich nur leisten kann, wer nicht direkt bedroht wird.

00:38:49: Das heißt, Gott sei Dank jetzt auch für Deutschland, könnte man sagen ja so kann man argumentieren.

00:38:58: Die UK kann es nicht!

00:38:59: Also was sollen denn die machen?

00:39:02: Wenn die andere Seite sozusagen so hoch gerüstet auch noch die Krallen auffährt und übergriffig wird... Was sollen sie dann machen?

00:39:11: Sollen die dann sagen Frieden ist uns wichtiger?

00:39:14: Dann geben wir uns hin.

00:39:18: Es ist ein bisschen schwierig zu sagen weil Ich bin kein Pazifist, um das deutlich zu sagen.

00:39:26: Aber

00:39:27: ich

00:39:27: bewundere diejenigen, die sagen, ich kann Gewalt nur im alläußersten und will Gewalt in aller äußesten Notfall einsetzen.

00:39:42: Der reale Pazifikismus ist für mich einer der sich effektiv verteidigen kann Nachhaltige Verteidigung.

00:39:57: Bin zugleich der Meinung, wie ein Papst Leo immer wieder und zwar nicht aus irgendwelchen moralischen Luxusbefindlichkeiten immer wieder betont dass jeder Krieg zu massivsten Menschenrechtsverletzungen führt und deswegen muss möglich schnell unmöglichst effektiv verhandelt werden.

00:40:27: Und das ist der Punkt, auf den ich im Zusammenhang mit dem westfälischen Friedspreis immer wieder komme.

00:40:33: Für mich ist dieser Preis ein Preis, der dafür werben soll dass wir bei dem Krieg in Europa, der Europa im Osten verheert und in der Mitte und im Westen bedroht.

00:40:48: Dass wir zu Verhandlungen kommen die Aussicht auf ein gutes und zumindest erforderkröntig Waffenstillstandsergebnis haben und führen.

00:41:05: Das ist der Punkt an den ich immer dann, wenn ich an unseren schönen Saal in Münster denke, der mir wichtig

00:41:12: ist.".

00:41:13: Jetzt werden wir nochmal an die Zeit der Annäherung zwischen Ost- und West als sozusagen der kalte Krieg.

00:41:20: Und fast denkt man ja sozusagen, da war alles geordnet und es war alles klar.

00:41:27: Der Westen war der Westen bei der Osten und es gab sozusagen eine Annäherung aber das herrschte zumindest kein heißer Krieg wie jetzt.

00:41:35: Es gab auch noch eine Verlässlichkeit im Westen was sie sehr bedauern dass das eben mit Trump nicht mehr möglich ist.

00:41:43: Aber damals sagten auch Willi Brandt verhandeln kann man eigentlich nur.

00:41:51: Oder sahen Sie das Verteidigungsbudget, was ja viel höher war damals noch fünf Prozent oder so in den Haushalten vor einem Hintergrund der militärischen Stärke?

00:42:00: Nur das gibt uns die Möglichkeit überhaupt hier mit denen auf Augenhöhe zu sprechen.

00:42:05: Ist da nicht etwas dran?

00:42:06: Außergleichen wir doch mal... Jetzt hösten wir noch meinen Buchblättern und um andere Bücherblätter und mal die Militäreusgaben Russlands, der Europäischen Union, der NATO miteinander vergleichen Und dann werden wir feststellen, dass in den letzten Jahren die Militär-Ausgaben ohnehin schon horrend gestiegen sind.

00:42:29: Dass wenn wir an die berühmte Rede von Dwight Eisenhower denken im Jahr nineteen dreiundfünfzig der in seiner berühmmten Chance for Peace Rede gewarnt hat damalige Aufrüstung immer weiterzuführen und gesagt hat, was heute genauso gilt dass jede Kanone, jedes Kriegsschiff, jede Rakete letztlich ein Diebstahl sei an den hungenden, frierenden und an den Kindern der Zukunft.

00:43:05: Das muss man mit bedenken wenn wir über Aufrüsten reden, wenn wir die Aufrüste verteidigen weil wie Sie sagen Herr Schmiese diese Aufrüston ja möglicherweise eine Abschreckung in Positiven bewirkt, wenn wir wissen was diese Aufrüstung zugleich alles verunmöglicht an zukunftsträchtigen Investitionen.

00:43:30: Wir können uns doch nicht hinstellen und sagen diese Grenzenlosen Aufrüstungsanstrengungen sind wirkliche Zukunftssituation.

00:43:40: Wir haben vollkommen

00:43:40: recht, das ist ein Wahnsinn!

00:43:42: Ein Wahnsinn.

00:43:42: und wenn man diese Summe addieren würde was könnte man damit Großartiges machen?

00:43:46: Aber da sagen wieder die wir haben keine andere Chance, wenn wir es nicht machen.

00:43:50: also gehen wir jetzt mal in die Ukraine.

00:43:52: Wenn wir nicht irgendwie uns verteidigen würden dann könnten wir auch alle andere Projekte die man mit tiefen schönen Geld Was in die Rüstung geht und verschossen wird und Leute erschossen werden müssen Aber auch nicht uns verwirklichen, weil dann lebten wir eben in einer Unfreiheit.

00:44:08: Herr Schmiese ich rede ja nicht dafür sofort alle Verteidigungsbemühungen einzustellen.

00:44:14: Ich plädiere dafür diese Aufrüstungsbestrebungen Diese Aufrüsterreihe Nicht grenzenlos immer weiter zu betreiben Nicht sozusagen unsere gesamte Volkswirtschaft Da hinein zu verpulfern

00:44:30: zu

00:44:31: spüren, zu wissen und das tun wir ja auch.

00:44:34: Dass wir in Bildung, in Schule, viele andere unendlich wichtige Zukunftsprojekte, dass wir kein Geld mehr dafür haben.

00:44:43: Wir müssen sozusagen für Verteidigungsbereitschaft und für Varteidigungstüchtigkeit sorgen und zugleich die Tür öffnen zu Verhandlungen, um diesen Wahnsinn von dem sie auch reden.

00:44:59: Um diesen Wahnsinn zu stoppen und den noch in das nächste Jahrzehnt zu

00:45:03: treiben.".

00:45:03: Und das ist eine schöne Antwort auf die Frage, die wir eingangs gestellt haben was braucht Frieden heute?

00:45:08: Und Sie wünschen sich – und das passt dann auch zum bestfälligen Friedenspreis um Gottes Willen Verhandlung redet irgendwie und baut Kanäle, dass man reden kann.

00:45:16: Jetzt habe ich noch eine ganz konkrete Frage weil sie sind in der Jury ja auch gewesen für den alternativen westfälischen Friedenspreis und vielleicht auch das.

00:45:26: nochmal.

00:45:26: abschließend die Frage wenn Sie jetzt die Möglichkeit hätten Sie müssen gleich noch sagen wem Sie eigentlich den westfälligen FriedensPreis geben würden?

00:45:38: Und warum.

00:45:40: Und dann wäre meine abschließende Frage, wenn Sie der NATO jetzt etwas ins Stammbuch schreiben dürften.

00:45:46: Ein Rat nach der Preisverleihung?

00:45:50: Was wäre das also?

00:45:52: erste Frage an wen würden sie den Friedenspreis verleihen und was wäre Ihr Rat an die Naht?

00:45:58: nun ja ich habe heute schon mal dem Papst Leo Den Namen zitiert.

00:46:06: wir haben die ersten großen Stellungnahmen zum frieden unglaublich gut gefallen.

00:46:11: Ja, wäre natürlich ein Preisträger gewesen.

00:46:14: Ich suche nach jemanden oder ich hätte in der Jury nach jemandem gesucht, der wirklich markant und nachhaltig friedenssuchend und friedensengagiert ist.

00:46:29: Und das ist für mich nicht die NATO – all die Argumente, die sie gebraucht haben, die Sie Die halte ich für helfsargumente.

00:46:43: Ich will jemanden haben, der tatsächlich für Frieden steht und der nicht für Friede steht weil er aufrüstet und weil er Krieg letztendlich vorbereitet, weil er der Meinung ist es geht nicht

00:47:01: anders.".

00:47:04: Und was wäre ihr Rat an die NATO?

00:47:05: Was würden sie da NATO?

00:47:06: Sie haben ja gesagt, sie haben gar nichts gegen die NATO als Bündnis finden nur nicht, dass das der adekate Preisträger wäre.

00:47:17: Aber was würden Sie der NATO in Stammbuch schreiben?

00:47:19: Wenn sie einen Wunsch sozusagen haben

00:47:23: können.

00:47:23: Ich würde den Stammbuch der NATO aufschlagen.

00:47:26: Der Stammbucht der NATO Artikel eins.

00:47:30: Die Präambel schon die präambl spricht vom Wunsch mit allen Völkern und Regierungen in Frieden zu lieben.

00:47:40: Das ist glaube ich ein Satz den man tatsächlich auch beim Friedenspreis zitieren kann.

00:47:48: Und Artikel eins, internationale Streitfälle ausschließlich friedlich zu regeln und auf Gewaltanwendungen zu verzichten mit der Potenz die man als NATO hat.

00:47:59: Das wäre das was ich da NATO raten würde.

00:48:02: und dann würde ich mir wünschen Dann würde ich mich tatsächlich wünschten dass Rote den Preis nicht annimmt dass er dem Preis nicht annimmt, weil er sagt dieser Preis überfordert uns.

00:48:18: Der stellt Anforderungen an uns friedensstiftender und friedenschaffende Art die wir derzeit nicht einlösen können.

00:48:28: Herr Albert Brandtel, Wir sind gespannt wie Marc Rutte am ersten Oktober in Münster auf die Verleihung des westfälischen Friedenspreises reagieren wird, die er stellvertretend ja nicht als Person sondern für den NATO entgegen nimmt.

00:48:46: Ich danke Ihnen für unsere Diskussion und das Gespräch hier.

00:48:50: Das ganze Thema ist ein Ozean, wo man auch leicht kenntern kann.

00:48:54: Und ich finde es total spannend darüber zu sehen, weil man ja auch gar nicht nur gegeneinander fährt sondern auch weite Strecken miteinander fährt und dann bei manchen Wendemannövern denkt...

00:49:06: Ich denke mir, ich schmiese.

00:49:07: keine von uns ist gegen Abrüstungsverhandlungen und ich wäre wirklich glücklich.

00:49:13: Ich werde glücklich wenn die großen Mächte wieder zu Abrüstung Verhandlungen führen würden.

00:49:20: Herr Reberett Pantel jetzt bimmelt hier schon ein nächster Anrufer.

00:49:23: wir sind durch mit unserer Gutheit.

00:49:24: ganz ganz herzlichen Dank!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.