Folge 4 mit Mona Neubaur
Shownotes
Wie kann die NATO für Frieden stehen und was bedeutet die Zeitenwende für die Grünen?
In der neuen Folge von „Friedensfall“ spricht Wulf Schmiese mit Mona Neubaur über Abschreckung, Diplomatie und die Frage, wie ein gerechter Frieden in der Ukraine erreicht werden kann. Außerdem geht es um wirtschaftliche Abhängigkeiten, Cybersicherheit und die Frage, ob die Ukraine den ersten Schritt zu Verhandlungen machen sollte.
Das Intro dieser Folge nutzt eine KI-generierte Stimme.
Weitere Informationen unter: www.wirtschaftliche-gesellschaft.de
Transkript anzeigen
00:00:00: Es gibt keine Verhandlungsmasse und es gibt vor allem auch keinen Grund, das zu tun.
00:00:05: Mit welcher?
00:00:06: wie würde man denn denen die hier hingeflohen sind?
00:00:10: Nach Nordrhein-Westfalen?
00:00:12: über zweihunderttausend Menschen aus der Ukraine sind hier vorm Krieg geflohen größtenteils Mütter mit ihren Kindern.
00:00:18: Wie erkläre ich denen denn?
00:00:21: dass ist jetzt halt leider nicht mehr.
00:00:22: also müsst ihr jetzt verstehen ist jetzt alles anders?
00:00:25: nein darf es nicht sein Friedensfall.
00:00:40: Was bedeutet Frieden heute?
00:00:42: Das ist unsere Kernfrage für diese Podcast-Serie.
00:00:45: Anlass ist, dass der westfälische Friedenspreis verliehen wird und zwar am ersten Oktober in Münster, im Saal des westfälischen Friedens an den NATO-Generalsekretär und damit an die NATO.
00:01:00: Und damit wollen wir das Ganze schon mal vorbereiten.
00:01:04: und jetzt reden wir mit einer Frau, die auch zuständig ist für Frieden weil sie ist die stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen seit vier Jahren und Sie ist die Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie Und zuvor war sie lange die Landesvorsitzende von Bündnis Nr.
00:01:25: Die Grünen hat ihre Partei maßgeblich dahin geprägt, dass sie in Regierungsverantwortung gekommen ist.
00:01:33: und wenn sich jetzt die höherer fragen warum reden wir eigentlich über solche weltpolitischen Kernfragen Sicherheit und Frieden ausgerechnet mit der Landeswirtschaftsministerin?
00:01:43: Dann könnte man sagen, sie macht sozusagen die Zeitenwende deutlich dass die nicht nur in den Kasernen der Bundespersicht abspielt sondern auch in der Wirtschaft.
00:01:54: Industrieland verantwortet und eine Transformation macht Klimaneutralität verspricht steht also im Zentrum der Krisenbewältigung.
00:02:03: und deswegen herzlich willkommen Mona Neubauer.
00:02:06: habe ich das richtig eingeführt?
00:02:08: sind Sie für Frieden zuständig?
00:02:10: Ich bin erstmal ganz glücklich eingeladen zu sein, zu dieser Podcast-Folge.
00:02:17: Freu mich sehr auf unser Gespräch lieber Herr Schmiese.
00:02:20: und ja spätestens seit dem Eid den ich als Ministerin und als Landtagsabgeordneter abgelegt habe habe ich darauf meinen Spruch gegeben, dass sich mich für den Frieden in Nordrhein-Westfalen einsetze und ein Teil von Frieden ist.
00:02:39: In diesen Zeiten, die von geopolitischen Krisen und Kriegen und Auseinandersetzungen geprägt sind.
00:02:47: Dass sich auch die wirtschaftliche Seite davon bemerkbar machen sollte.
00:02:54: Und insofern passt das sehr gut.
00:02:56: Das ist ein Ministerium, was vor allem den Transfer von Idee zu Geschäftsmodell idealerweise dann Weltmarktführerschaft betreut und begleitet auch in der Frage von Friedenschaften engagiert.
00:03:14: Und ein bisschen dachte ich ja auch Schutz unserer kritischen Infrastruktur bezieht sich ja auch auf Energieausfälle, Cyber-Sicherheit für Unternehmen und zum Erhalt eben auch unserer Schlüsseltechnologien, die in Friedenszeiten natürlich auch für unseren Wohlstand sorgen.
00:03:30: Also dass man sich ein bisschen vor globalen Erpressungen schützt und damit auch den Bereich für den sie zuständig sind auch schonend.
00:03:38: Und deswegen würde ich als Leitfrage oder das Eingangsfrage mal fragen muss der Begriff Frieden heute eigentlich radikal neu und als wehrhaft definiert werden?
00:03:51: Wie sehen Sie das als Frau, die aus einer eigentlichen Friedenspartei kommt?
00:03:55: Der Begriff Frieden.
00:03:56: Muss man denn heute anders definieren?
00:03:58: Ja ich glaube jeder Begriff der geprägt wird ja in den Zeiten geprägt, in denen man über ihn spricht.
00:04:07: und deswegen ist das was wir heute als Frieden beschreiben an Voraussetzungen geknüpft und die Grünen waren.
00:04:18: Und für mich sind die Grüner auch nach wie vor eine Friedenspartei, weil es darum gehen muss, Frieden zu warnen.
00:04:24: Das bedeutet eben nicht dass man am Seitenrand steht und sagt gut da gibt es Aggressoren, die greifen souveräne Staaten an.
00:04:31: Da mischen wir uns aber jetzt besser nicht ein, weil irgendwie könnte es ja ungemütlich werden.
00:04:37: Das ist nicht meine Auffassung von Rechtsstaatlichkeit, das ist nicht meiner Auffassung davon.
00:04:43: Dass wir eben zeigen müssen aus meiner Überzeugung heraus dass sich die Stärke des Rechts sozusagen dem Recht des Stärkeren immer wieder zur Wehr setzt.
00:04:54: Und daraus abgeleitet muss man Frieden heute genau in den Feldern definieren, die zu definieren sind.
00:05:02: und das bedeutet wo sind Abhängigkeiten so stark dass man erpressbar wird und dass man eben nicht mehr souverän agieren kann?
00:05:09: Das betrifft die ganze Frage von Rohstoffen seltenen Erden und so weiter.
00:05:16: Das betrifft aber zum Beispiel auch daran angeknüpft, dass wir eine riesige wirtschaftliche Chance einfach liegen lassen würden wenn wir nicht sehen das in einem Überwachungssystem und einem Elektroauto dieselben Sensoren verbaut sind.
00:05:32: Und jetzt ist ja die Frage diese Technologie zu entwickeln, also immer den Dual-Use-Gedanken sozusagen in Technologie dabei zu haben.
00:05:41: Den Anspruch zu haben, Spitzentechnologie nicht nur in Grundlagenforschung verstanden zu haben sondern aus der Grundlagen Forschung in die Anwendung zu bringen das kann ein Punkt sein der eben ökonomische Impulse setzt und auch dass es einen Teil von Frieden heute, dass man alles dafür tut, dass es stabile Verhältnisse gibt und man damit auch ökonymisch souverän ist.
00:06:02: und wann wenn nicht in Krisenzeiten?
00:06:05: sollte man eben da wirklich die Chance immer wieder beim Schopfe ergreifen, wenn sie da ist.
00:06:10: Und dafür gibt es viele dramatische Entwicklungen in der wirtschaftlichen konjunkturellen Entwicklung wie wir Sie gerade in Deutschland erleben und daraus abgeleitet aber auch die Möglichkeit sich zu entscheiden bleiben wir im Alten Oder strengen wir uns richtig an, investieren wir zielgenau, mobilisieren wir privates Kapital und gehen mit Spitzentechnologien in stärkere Souveränität.
00:06:35: Also schaffen wir es aus Deutschland raus gemeinsam mit anderen europäischen Partnern Europa zu stabilisieren?
00:06:45: Willy Brandt hat ja mal gesagt, ohne Frieden und Freiheit ist alles nichts.
00:06:49: Also es gehört auch zusammen.
00:06:50: Und bei den Grünen hat man ja gesehen dass die in den letzten Jahren natürlich auch Frieden heute als notwendig das man wehrhaft is am Beispiel der Ukraine usw.
00:07:03: Die waren ja die ersten fast damit geworben haben, dass man die Ukraine durchaus mit Waffen und Helm unterstützt Robert Habeck, der da glaube ich sogar in der Partei angeeckt ist.
00:07:16: Weil er sich dort glaube ich mit einem Helm auf eine Ballplakat präsentiert hatte vor vielen Jahren und deswegen... Ich will darauf hinaus ob sozusagen der Friedenspreis an die NATO nicht auch doch ein grünes Dilemma zeigt also die NATO als Preisträgerin jetzt dieses westfälischen Friedenskreises?
00:07:36: Ist das einen Widerspruch glauben Sie auch noch für Leute in der Party oder ist es die logische Konsequenz der Zeitenwende.
00:07:44: Für mich ist es die logische Konsequent der Zeitenmende, was ein deutliches Signal ist, ein substanzielles Symbol dass wir mit diesem Friedenspreis aus Nordrhein-Westfalen also der Stadt des westfälischen Friedens zeigen, dass Frieden sozusagen im Bündnis der NATO gesichert werden soll.
00:08:09: Auch in Zukunft!
00:08:09: Deswegen ist es ein richtiger Schritt das zu tun weil es ein Bekenntnis für und zur NATO ist.
00:08:16: Und ich glaube, bei den Grünen ist die Zeit in der man die NATO sozusagen kritisch betrachtet hat oder weitergehende Forderungen gegenüber der NATO und einer Mitgliedschaft geschadet.
00:08:29: Die ist wirklich lange vorbei – es ist ja bei den Grünen eben nicht so.
00:08:33: dass mit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg von Putin gegen die Menschen in der Ukraine und damit ja ehrlicherweise uns, unseren Werten wir als Grüne das erste Mal gesagt haben.
00:08:45: Ach da ist jetzt eine kriegerische Auseinandersetzung!
00:08:47: Da ist ein Angriffskrieg, da findet einen Völkermord statt oder Ähnliches und uns dann entschieden haben sondern wir erinnern uns in Zeiten der Rot-Grün Regierung als Joschka Fischer, als Außenministerbündnis, die Grünen in eine sehr verantwortliche Position gebracht hat und was den Grünen zu eigen ist.
00:09:09: Und das finde ich aber auch genau richtig weil auch das gehört doch zu einer Gesellschaft in Frieden dass man über die Frage streitet miteinander und dass man aus diesem Streit eine große Klarheit entwickeln kann und damit auch eine Planungssicherheit und Verlässlichkeit geben kann.
00:09:26: wenn man sich das vorstellt
00:09:28: ja Ja, aber ich erinnere mich auf diesen Parteitag in Bielefeld.
00:09:32: Das war dann vorab.
00:09:34: über zwanzig Jahren, eben als Joschka Fischer und der Bosnian Einsatz.
00:09:38: Und der Kosovo Krieg.
00:09:40: Und da flogen die Farbbeutel... Da kriegt er Joschba Fischer ja den Farb-Beutel ab und platzt, glaube ich noch einen Trommelfell bei ihm.
00:09:46: Also da gab es ja viele in der Grünen Partei, die das wirklich nicht verstanden haben.
00:09:53: Weil der klassische, der zivile Pazifismus, der sozusagen zur DNA der Grüner Jahrzehnte lang gehört hat Der sollte auf einmal so nicht mehr gelten.
00:10:05: Gibt es diese Leute noch, die eigentlich am liebsten noch ein Farbeutel werfen würden?
00:10:09: Weil sie sagt verdammt das ist doch nicht unsere Partei mehr.
00:10:12: gibt's die noch bei den Grünen.
00:10:15: also ich führe viele Diskussionen auch in meiner Partei zur Zeitenwende zur Epochenwende.
00:10:22: Es geht ja um mehr als sozusagen militärische Aufrüstung und sozusagen die Abschreckung, die militärisch begründet ist.
00:10:31: Sondern glaube der erweiterte Sicherheitsbegriff also dass wir eben erleben das wir permanenter Angriffspunkt für Cyberattacken sind und wir wissen von aus den vergangenen Jahren aus internationalem Haft befehlen dass es eben nachweislich russische Akteure sind, die über diesen permanenten Angriff versuchen uns zu destabilisieren.
00:10:58: und ich glaube dieses Gesamtzusammenhang zu diskutieren.
00:11:05: Und sich da auch den anderen Meinungen auszusetzen ja was denn sonst?
00:11:09: Also man stellt keinen Frieden her indem man ihn sozusagen von oben verordnet sondern auch das ist doch Teil von Frieden dass eine Gesellschaft kontrovers diskutieren kann das ein Parteien um die besseren Argumente gestritten wird und dass man dann sozusagen aber mit einer Mehrheitsentscheidung zu tatsächlichen Entscheidungen kommt.
00:11:28: Ich will nicht in der Gesellschaft
00:11:29: leben."
00:11:30: wo das nicht möglich ist.
00:11:31: Das, was andere Parteien sich durchaus vorstellen können, dass man das nicht diskutiert, sondern dass man Frieden verordnet, weil es halt friedlich und ohne diese Diskussion vielleicht angenehmer wird.
00:11:42: Ich glaube, dass das aber relativ kurzsichtig ist und langfristig eben nicht dazu beiträgt, dass wir in Frieden leben.
00:11:51: Und ich habe in meiner Partei noch keine Farbbeutelfliegen sehen.
00:11:57: Wir haben hier in Nordrhein-Westfalen ziemlich zu Beginn meiner Amtszeit eine Fabrik-Grundsteinlegung vorgenommen für ein Mittelteil eines F- Thirty-Fünf-Kampfjets, was es in einem Konsortium, wo Rheinmetall beteiligt ist.
00:12:14: Hier in Nordrin Westfalen jetzt produziert werden wird.
00:12:19: und zu dieser Spatenstichveranstaltung bin ich selbstverständlich auf Einladungen des Konsortiums gefahren, habe eine Rede gehalten und mich am Spatenstich beteiligt.
00:12:31: Weil ich auch deutlich machen will dass Rüstungsindustrie in Nordrhein-Westfalen ist.
00:12:38: Daraufhin habe ich die ein oder andere deutliche Drohung, die man als Straftat dann sozusagen weiter meldet erhalten.
00:12:48: Und ich glaube deswegen, ja es gibt in unserer Gesellschaft und wir Grünen sind Teil der Gesellschaftjenigen die das für sich nicht als einen Zustand akzeptieren wollen dass wir in diesen Zeiten leben und das hilft aber nichts die Leute aufzugeben sondern ich glaube man muss diese Diskussion führen weil wir nur weiter kommen wenn das gesellschaftlich auch von einem friedlichen Diskurs getragen ist über die Verantwortung, in der wir als Bürgerinnen und Bürger stehen.
00:13:18: In einer liberalen Demokratie.
00:13:21: Aber da sprechen Sie es ja an, sagen Rüstung wird auch produziert und sie als Wirtschaftsministerin sind natürlich froh wenn auch das Land davon profitiert.
00:13:31: jetzt war ja die Grünen wie Sie vielleicht als ganz junges Mitglied noch kennen und so auch immer eine Abrüstungspartei.
00:13:40: Wie empfinden Sie denn?
00:13:44: Jetzt diese Entwicklung?
00:13:46: oder ich frage es mal anders, wo verläuft denn Ihrer Meinung nach die Grenze zwischen notwendiger Abschreckung und gefährlichem Wettrüsten.
00:13:54: heute in einer Welt, die sich so verändert hat?
00:13:57: Wo wirklich die Bedrohung aus Moskau weit hin anerkannt wird.
00:14:02: Anders als in den Achtzigerjahren vielleicht.
00:14:06: Für mich verläuft die Grenzen ganz deutlich dass wir in Verantwortung stehen denen angegriffen werden, auch mit Rüstungsgütern zur Seite zu stehen.
00:14:21: Also das war natürlich ein großer Schritt.
00:14:24: militärische Mittel in die Ukraine auch für meine Partei.
00:14:30: Aber es ist richtig, weil es dem Grundprinzip der Grünen am Ende dann doch eben entspricht zu sagen ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg gegen eine freie Gesellschaft.
00:14:42: da können wir uns nicht hinschämen und sagen ja trifft uns ja nicht, ist uns dann egal.
00:14:47: und deswegen glaube ich es sozusagen die Wehrhaftigkeit.
00:14:50: Die Verteidigungsfähigkeit etwas was die Linie ist woraus sich für mich ableitet was zu tun ist.
00:15:00: Hatten damit... Ich vermute das!
00:15:03: Ich sag's jetzt mal so ein bisschen pauschal aber die Eltern der grünen Gründer recht die möglicherweise gesagt haben, also wir gehen jetzt mal zurück ins Jahr neunzehntundachtzig.
00:15:15: NATO-Nachrüstung große Aufregungen Bonner Hofgarten viele demonstrierten sie waren da noch zu jung aber Sie kennen sicherlich noch viele der älteren Grünen die auch dann dabei waren.
00:15:24: das war sozusagen deren Wutstock der Friedensbewegung was da stattfand.
00:15:29: und deren Eltern mögen doch damals gesagt haben Leute Leute Leute wie naiv seid ihr eigentlich glaubt ihr allen ernstes man kann irgendwie lieber rot als Tod sein.
00:15:39: und so glaubt ihr wirklich diesen Quatsch?
00:15:40: Möglicherweise haben das die kriegsgeprägten Eltern gesagt.
00:15:47: Müssen wir denen also jetzt nicht sie und ich, aber muss man diesen Skeptikern der frühen grünen Bewegung der Pazifistischen heute recht geben?
00:15:57: Ja!
00:15:58: Die waren ganz schön naiv.
00:16:05: für mich nicht, was diese wirklich starke gesellschaftliche Bewegung als Zuschreibung verdient hat.
00:16:17: Ich habe ganz zu Beginn gesagt, man muss immer die Begriffe, die man verwendet, die Dinge, die sich sozusagen abzeichnen in Öffentlichkeit und Bewegungen in die Zeit setzen, in der es stattfindet.
00:16:33: war die Zeit damals eine andere, weil die Lage in der wir als Gesellschaft stecken.
00:16:39: In der die Kinder derer, die sozusagen den Vorwurf des Naiven gemacht haben eben aus einer Zeit kamen wo Deutschland das größte Verbrechen Menschenrechtsverbrechen der Geschichte zu verantworten hatte.
00:16:55: und ich glaube dass viel von dem wie die Idee das sozusagen Frieden schaffen ohne Waffen dass das eine durchaus auch Legitimation hatte.
00:17:05: Wenn sich so viele Menschen dafür mobilisieren lassen, darüber streiten in ihren Familien an den Hochschulen dann muss man ja feststellen es gibt diese Bewegung und ihr dann einfach die Legitimat abzusprechen hielt sie ich für kurzgegriffen.
00:17:23: selbiges gilt aber genauso, wenn wir weiterdenken.
00:17:27: Und das ist noch gar nicht so lange her als die Wehrpflicht ausgesetzt wurde.
00:17:35: Es gab zu dieser Zeit keine... gesellschaftliche Mehrheit in der Bundesrepublik mehr dafür, dass man die Wehrpflicht weiterhält.
00:17:43: So ich würde nicht sagen das getan zu haben war naiv sondern die Idee von Politik ist ja immer dass man sozusagen nicht den Leuten nach dem Maul redet aber auf den aufs Maul schaut.
00:17:59: Und deswegen, glaube ich ist es eben ein gutes Zeichen wenn's jetzt Politikerinnen und Politiker gibt die versuchen die Lage so einzuordnen dass wir die Mehrheiten dafür haben.
00:18:10: das für den erweiterten Sicherheitsbegriff.
00:18:12: also wie schaffen wir Frieden herzustellen in unserer Gesellschaft innerhalb eines starken Europas wirtschaftlich mit stabilen Säulen, aber und vor allem auch international.
00:18:26: Das ist glaube ich das was jetzt die Zeit ist und ich wünsche mir dass es ganz viele Kolleginnen und Kollegen gibt, die damit einer ganz deutlichen Klarheit sich den notwendigen Diskussionen darum stellen.
00:18:40: Aber dann springen wir jetzt nochmal beim Frieden schaffen wirklich dreihundertfünfzig Jahre zurück und gucken, weil es ist ja ein westfälischen Friedenssaal wo dieser Preis dann verliehen wird.
00:18:53: Der westfältische Friede von sechzehnachtundvierzig fünf Jahre haben die verhandelt der basierte am Ende auf Diplomatie und auf Verträgen und Vertragen steckt in dem Wort Vertrag drin also Verträge sind zum Vertragen da was dann auch funktioniert hat.
00:19:10: Die NATO Die sichert ja den Frieden primär durch militärische Abschreckung.
00:19:16: Also wie passt im Grunde das zusammen, dass ausgerechnet die Abschreckungsnato einen Preis bekommt der erinnert an eine Vertrags- und diplomatische Leistung von sixteenhundertachtundvierzig?
00:19:29: Ist da nicht ein Gegensatz?
00:19:34: Für mich ist es deswegen kein Gegensats weil wir glaube ich wenn man die Lage betrachtet wie auch in der Bundesrepublik.
00:19:45: Parteien an Rechten, wie am linken Rand sozusagen das Bündnis zur Abschreckung da ist.
00:19:53: Das ist dann richtig sozusagen in seiner Legitimation nicht nur angreifen sondern ja auch offen damit Ängste schüren oder Ängsten bedienen, die mit einem Kriegszustand einen möglichen Kriegszustand zu tun haben.
00:20:08: Es ist für mich das schon erwähnte starke Symbol.
00:20:12: und ja, wenn man in einer Zeit lebt.
00:20:16: In der wir miterleben durch das was uns in unseren mobilen Endgeräten jeden Tag gezeigt wird dass in der Welt die völkerrechtlichen Verträge sozusagen das vertraglich zugesicherte Recht, dass man souveräne Staaten nicht angreift von Aggressoren gebrochen wird.
00:20:39: Dann ist es eben vielleicht gerade eine ganz gute Zusammenführung von einem Friedensvertrag, also dem Aushandeln.
00:20:48: und um Himmels Willen Frieden herstellen wird man ja nicht nur durch militärische Schläge sondern es wird immer auch Diplomatie brauchen zu der dann aber die Beteiligten auch bereit sein müssen.
00:21:00: Es braucht den Willen zum Frieden von dem Beteilligten, es braucht am besten ja die Einsicht des Aggressors dass er den Krieg beenden kann.
00:21:09: so würde ich das mal im Fall von Wadi Mehputin und Russland beschreiben Aber das gehört für mich in der Zeit in der wir heute leben zusammen Verträge vom Wollen-Müssen, dass wir Diplomatie als ein Teil der Friedensherstellung natürlich erleben müssen und mit den internationalen Diplomatinnen und Diplomaaten auch mit Leben füllen müssen.
00:21:34: Aber das ist eben wichtig ist, dass sie auch zur Abschreckung dieses Bündnis
00:21:38: haben.".
00:21:40: Sie haben ja Psychologie und Soziologie studiert.
00:21:43: Und das ist ja interessant jetzt psychologisch mal diesen Turnaround bei den Grünen zu bewerten, wenn die andere Seite also Putin offensichtlich ein Land vergewaltigt angreift ausraubt russifizieren will dann sind die eigentlich bei uns Friedensromantiker waren, sich dachten man kann doch mit jedem nur verhandeln und Frieden schaffen.
00:22:10: Wenn die sehen dass da sozusagen ein Agrofaschist im Kreml sitzt verändert das die Haltung dass man sagt Frieden ist nicht das Wichtigste.
00:22:20: wir wollen die Freiheit verteidigen.
00:22:22: aber wenn der Typ Nicht dazu im Stande ist, zu verhandeln und irgendwie die Finger von dem Land zu lassen.
00:22:28: Dann dann verhärten wir uns auch.
00:22:30: wie würden sie das aus ihrer Kenntnis als Psychologin, Soziologin sehen?
00:22:34: verändert dass auch Die Friedens oder dir tatsächlich die Friedensbereitschaft dass man hier sagt Frieden ist nicht alles.
00:22:40: Wir wollen eine Freiheit für dieses land.
00:22:44: Also ein frieden ohne freiheit Ist ja kein gerechter Frieden.
00:22:50: Und daraus abgeleitet, kann ich jetzt zu meiner Partei sprechen.
00:22:54: Wir waren sehr deutlich in den Abhängigkeiten die geschaffen wurden zwischen Deutschland und Russland im Wissen dass es nicht nur Wirtschaftspolitik das ist Geopolitik was aus dem Kreml heraus passiert also zu sagen eine überdeutliche Abhängigkeit in allem was wir brauchen um Industrienationen sein zu können.
00:23:18: Mit einem Partner macht uns einfach erpressbar, das haben wir dann ja auch erlebt mit all den Verwerfungen, den wirtschaftlichen Herausforderungen und den Konsequenzen die das für Bürgerinnen und Bürger, Verbraucherinnen und Verbrauchern hatte.
00:23:32: Und insofern war glaube ich ein Bewusstsein für das Agieren Russlands gegen.
00:23:40: Europa gegen die Interessen einer liberalen Demokratie, wie es die Bundesrepublik ist bei uns immer sehr präsent.
00:23:48: Wir haben starke Politikerinnen und Politiker, die das seit Jahrzehnten inzwischen immer wieder vorgetragen haben nachweislich auch sozusagen damit zu wenig oder keinen Gehör gefunden haben.
00:24:01: Und wenn man sich jetzt vorstellt, meine Partei die für mich immer noch eine Friedenspartei ist.
00:24:10: Sieht eben das eine Gesellschaft die ausgelöscht werden soll in ihrer sozusagen Sprache, in ihrer Kultur?
00:24:20: Die Möglichkeit selbstbestimmte Frau nicht mehr sein zu können weil man in einer anderen Gesellschaft sozusagen vermeintlich ja sowieso schon immer Teil dessen war, abzusprechen.
00:24:32: Dass man eine eigene Kultur, eine eigene Sprache, eigene Werte hat die sich eben unterscheiden.
00:24:40: Das ist in meiner Partei glaube ich eher Grund-DNA und deswegen passt es sehr gut zusammen dass man nicht in Frieden um das Friedenswillen schließen will Sondern dass man vor allem sagt, es muss ein Frieden sein der auf Augenhöhe also sozusagen mit der Ukraine beraten und verhandelt wird.
00:25:04: Der Vertragsprozess kann nicht ohne die Ukraine am Tisch stattfinden.
00:25:09: Und er muss ein gerechter Frieden seien weil ein Friede ohne Freiheit kein echter Friedens ist.
00:25:16: Und das passt aber für unsere sozusagen den Ansatz, den die Grünen haben über Selbstbestimmung.
00:25:23: Über Emanzipationen unterstützen.
00:25:26: Passt das sehr gut?
00:25:28: Dass genau das ist was Putin gerade auf aggressivste Art und Weise angreift.
00:25:35: Wir sind sozusagen gefangen eigentlich zur Zeit in einer Weltsituation wo man nicht anders vermeintlich entscheiden kann.
00:25:46: Und wenn sie das jetzt auf die Psychologie und irgendwelche Streitsituationen übertrügen, dann würde man ja auch sagen einer muss der Mutige sein, der doch endlich mal einen Schritt geht und eine Entscheidung macht damit etwas aufgebrochen wird, damit es verhandelt werden kann.
00:26:03: Das war in den Jahren vor sixteenhundertvierzig fünf Jahre das Thema, dass man beide Kriegsparteien die so erschöpft waren und man dachte, das Morden kann nicht mehr weitergehen.
00:26:15: Und die hatten auch keine Kapazitäten mehr.
00:26:17: Die waren wirklich völlig aufgebraucht.
00:26:21: Und dann waren Schritte eben der Verhandlung gemacht.
00:26:25: Jetzt könnte man sagen, in der Ukraine und Russland kann das auch so gehen.
00:26:30: oder glauben Sie braucht es Eine mutige unpopuläre Entscheidung von einer Seite, und da wir nur auf der einen Seite stehen.
00:26:38: Von dieser Seite um Frieden zu erreichen, was würden Sie sagen?
00:26:43: Muss die Seite, von der man es eigentlich nicht erwartet oder dies moralisch nicht nötig hätte, sollte die in ersten Schritt gehen oder nicht?
00:26:52: Oder nicht!
00:26:53: Und ich kann das versuchen mit sozusagen Erfahrungen, die ich sammeln durfte Vielleicht ein bisschen so hinterlegen.
00:27:04: Ich war seit ich Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsident in den Nordrhein-Westfalen sein darf, dreimal in der Ukraine jeweils mit dem Ziel, den wirtschaftlichen Wiederaufbau vorzubereiten.
00:27:20: Das heißt dreimal im Kriegsgebiet.
00:27:23: das war für mich erstmalig war vorher nie in einem Kriegsgebiet was natürlich keinen Grund dafür gibt, in ein Kriegsgebet zu fahren.
00:27:33: Und das Ziel dahinter ist ja die Bestrebungen, die in Fingtangs in der Ukraine, in den Ministerien der Ukraine sozusagen beraten werden.
00:27:43: wie geht eigentlich das Zulaufen in die EU?
00:27:47: Stellen wir uns richtig auf wenn wir uns in der Regulatorik schon mal versuchen Wir würden es jetzt so machen.
00:27:53: Wie geht das eigentlich?
00:27:54: Das ist ein hohes Interesse sozusagen von ganz unterschiedlichen Seiten dieses Vorhaben in die EU zu kommen, wirklich während der Krieg tobt weiter zu bearbeiten.
00:28:08: Das ist eine Verpflichtung dass man dann sozusagen mit dem was man an Kompetenz mitbringen kann das auch immer wo immer möglich mit unterstützt und trifft man Menschen, die seit dem Vierundzwanzigsten Februar-Zwohnzwanziger in der vollständigen Invasion leben.
00:28:28: Aber ehrlicherweise ja seit den Zwanzigviertien und dem Euromaidan in einer kriegerischen Auseinandersetzung leben.
00:28:35: Da sieht man Kinder, die zur Welt gekommen sind und seither in Krieg aufwachsen.
00:28:42: Da spricht man mit Menschen, die sich um verletzte Soldaten kümmern.
00:28:48: Um mitverletzten Soldaten und versteht was die Ukraine gerade eigentlich leistet.
00:28:55: ein so mutiges und tapferes Volk nicht voll kluristisch gerade dabei quasi ein kognitiv-intellektuellen Bauernschrank zu bemalen, weil alles eitel Sonnenschein ist in der Ukraine.
00:29:09: Ist es nichts?
00:29:10: Gibt viele Dinge die müssten in der Ukraine geklärt werden über den Sommer sozusagen ja auch mit den Korruptionsvorgängen und so weiter.
00:29:18: das ist notwendig.
00:29:19: aber es gibt in der ukraine eben die Menschen die das kritisieren die sagen wir müssen uns da sauber aufstellen wir wollen sozusagen in einer EU eine Rolle spielen können und dann dort diese Gespräche führend festzustellen, dass ehrlich gesagt viel stärker Putins Russland sich in der Lage manövriert hat wo es wahrscheinlich ökonomisch außerhalb einer Kriegswirtschaft wenig Alternativen gibt.
00:29:49: Und wir als Europa mit der Ukraine als Inanführungszeichen gesprochen einem Friedenspuffer für uns.
00:30:00: Kann man nicht zugucken, dass man auch... Also nein kann man nicht verlangen das man in Anführungszeichen die vernünftige Seite ist.
00:30:11: sie sagt ach komm lass uns doch jetzt über Frieden reden weil es nicht vernünftig wäre.
00:30:17: Weil es... Und weil es nichts zu verhandeln gibt?
00:30:19: Es gibt keine Verhandlungsmasse eigentlich, oder?
00:30:21: Es
00:30:21: ist keine Ver Handlungsmaske und es gibt vor allem auch keinen Grund das zu tun.
00:30:26: mit welcher?
00:30:28: wie würde man denn denen die hierhin geflogen sind nach Nordrhein-Westfalen?
00:30:33: über zweihunderttausend Menschen außer Ukraine sind hier vorm Krieg geflungen größtenteils Mütter mit ihren Kindern.
00:30:40: Wie erkläre ich den denn?
00:30:42: Das ist jetzt halt leider nicht mehr, also müsst ihr jetzt verstehen.
00:30:45: Ist jetzt alles anders?
00:30:46: Nein darf es nicht sein!
00:30:47: Weil ich glaube wenn ich lese was die Experten in den Fragen sind sozusagen regelmäßig an Lageeinschätzung geben.
00:30:58: Ich glaube, dass deren Einschätzung das wenn man sozusagen nicht die klare Kante hält.
00:31:05: Wenn man nicht klar macht, das ist kein Krieg gegen die Menschen in der Ukraine sondern dahinter steht ein breites Bündnis, das sich dir widersetzt Aggressor Vladimir Putin und deine Gefolgschaften Russlands dann wird er damit nicht aufhören und deswegen braucht es Selbstbewusstsein um dieses Selbstbewusstein Frieden so zerteidigen zu wollen, für uns in Europa braucht.
00:31:31: Ja diese Politik auch hier in der Region Nordrhein-Westfalen die sagt es ist kein einfacher Weg und wir müssen das diskutieren und wir müssten streiten aber wir müssen Pol halten.
00:31:42: Aber einmal will man es sagen Vladimir Putin und seinem Regime zeigen Wir sind hier wehrhaft und du wirst auf Grenit beißen aber ich vermute mal dass Sie als Ministerin, als Grüne dort natürlich auch auf Widerstände treffen in Nordrhein-Westfalen und überhaupt in Deutschland.
00:32:03: Einige Leute ja auch schon sagen, mein Gott diese ganze Rüstung kostet Milliarden.
00:32:08: Und was weiß ich?
00:32:10: Diese Resilienzmachung kostete kritische Infrastrukturschützen, Cyber-Sicherheit – all das kostet und verschlingt viel Geld!
00:32:18: Jetzt wollen die Grünen noch die Transformation der Industrie, grüne Industrie müssen sie nicht mehr nach innen erklären.
00:32:27: Wenn wir das nicht machen, zumindest was den Schutz unserer Freiheit angeht.
00:32:30: Dann werden wir umso abhängiger von so einem Aggressor.
00:32:33: oder weil es gibt ja zunehmend Widerstand auch in der eigenen Bevölkerung die das alles für verrückt halten für zu teuer für rausgeworfen Geld?
00:32:43: Ich glaube Es gibt sehr laut ausgesprochen genau diese sozusagen diese Erzählung meine Erfahrungen aus Gesprächen.
00:32:58: Und ich habe ja als Ministerin das große Glück, dass sich quer durch alle Generationen, quer durch allen Berufsabschlüsse, quer über alle Religionen, quer für alle Geschlechter sozusagen regelmäßig Gespräche führen kann.
00:33:15: und mir begegnet das so nicht sondern wir begegnen ganz im Gegenteil Jetzt mal nach diesem Sommer, den wir miteinander durchleben konnten.
00:33:27: Mir begegnet von Menschen wo ich es vielleicht am wenigsten erwarten würde Frau Neubauer das ist anstrengend und ich finde auch nicht schön dass die Landschaft jetzt anders aussieht weil die Windräder da stehen.
00:33:40: aber das ist wichtig dass wir das machen weil sonst Klima Erhitzung und und das merken doch gerade alle.
00:33:50: Wissen Sie, wenn man auf großen Handelsebenen, wo Energie auf internationalen Märkten gehandelt wird.
00:33:59: Feststellt das neben der Tatsache der Wetterprognose, der Schlagzeilen der Zeitung die Tweets von Donald Trump – Die Preise im internationalen Energiemarkt mitbestimmen Dann ist es eine friedenssichernde Maßnahme, die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen also Gas und Öl zu minimieren.
00:34:25: Und das was man immer noch braucht so diversifiziert wie möglich einzukaufen.
00:34:29: Also diesen Unabhängigkeits- und Souveränitätsgedanken den nach vorne zu stellen.
00:34:36: Das ist hier nicht altruistisch, sondern das hilft uns, dass es überschaubarer und planbarer wird für die Wirtschaft.
00:34:44: wie sind Kosten für Rohstoffe?
00:34:46: Es ist klug in circular economy zu investieren.
00:34:54: Rüstung, also bei Defense aber auch bei allem was wir für den Orbit entwickeln.
00:34:59: So zu nutzen dass wir verstehen das wir neue Materialien aus Abfall produzieren können die uns davon befreien hundert Prozent abhängig zu sein von Importen aus China.
00:35:10: Das sind gute Entwicklungen.
00:35:12: denn wird das schaffen in einer europäischen Wertschöpfung so aufzustellen dass der Binnenmarkt Europas quasi nicht mehr eine Wirkung hat als hätte er hohe Zölle, sondern als wäre der Binnenmarkt für uns wirklich nutzbar.
00:35:26: Dann können wir auch unsere europäische Wertschöpfung stabilisieren können.
00:35:31: gucken was brauchen wir als europäischer starker Verbund um uns dem zu widersetzen das mit einem Powerplay gegen uns gearbeitet wird?
00:35:40: Zollpolitik auf der einen Seite mit Überproduktion und Dumpingpreisen, auf der anderen Seite.
00:35:46: Und wir zermahlen werden dazwischen?
00:35:48: Ich will das nicht!
00:35:53: Idee dessen, wie wir hier aus dem Wirtschaftsministerium sozusagen die Leitplanken für Innovationen setzen zu erklären und mir hat noch keiner gesagt das ist doch totaler Quatsch weil ich den Leuten aber auch sage dass wird ein anstrengender Weg.
00:36:08: Das wird nicht leicht für uns.
00:36:09: Das bedeutet, dass wir uns sozusagen vielleicht alle zusammen aus Komfortzonen bewegen müssen.
00:36:16: Das wieder stärker zu dem Punkt kommen müssen, dass nicht das Bedienen der einzelnen Partikularinteressen uns weiterbringt.
00:36:26: Sondern dass das Abwägen und Ausgleichen von Partiklarinteressen für eine Sache die ganz im Sinne der Respublica was größeres ist, dass wir uns dahin entwickeln.
00:36:37: also von daher glaube ich genauso zu diskutieren ehrlich zu den Leuten zu sagen Wir gehen jetzt durch eine anstrengende Zeit, aber wir zeichnen eine Perspektive die und das passt zu Nordrhein-Westfalen.
00:36:48: Und am anderen Ende Münst in Aachen ist dieses Jahr der Karlspreis an Professor Draghi verliehen worden – genau für diesen Gedanken!
00:36:58: der sozusagen Widerstandsfähigkeit, also der Resilienz die er beschreibt als Anpassungsfähigkeit in Krisenmomenten und ich glaube in dem Sinne ist das was jetzt an Mitteln zur Verfügung steht um unsere Wehrhaftigkeit auszubauen.
00:37:16: Das mit spitzen Technologie hinterlegt bedeutet, dass wir eine agilere Industrie aufbauen können.
00:37:23: Da sind
00:37:24: wir ja bei einem ganz großen Thema.
00:37:26: und diese Philippika die sie gerade für Friedenfreiheit Demokratie gehalten haben, die klingt natürlich echt stark.
00:37:34: und für Nordrhein-Westfalen was wenn es ein eigener Staat wäre glaube ich sogar das fünf größte Land Europas wäre.
00:37:41: zur Wahrheit gehört aber auch das Europa mit seiner Vorstellung Friedenfreiheit Demokratie.
00:37:49: Natürlich eine Minderheit geworden ist in einer Welt, die immer autokratischer, immer diktatorischer und anti-demokratischer wird.
00:37:55: Wo wir jetzt sozusagen auch innerdeutsch schon solche Gegenwirkungen dort spüren.
00:38:02: also im Grunde klingt ihre Philippika so ein bisschen romantisch irgendwie wo man sich noch stark fühlt Und das ist unser USP Unique Selling Point wie man sagen würde unsere Besonderheit.
00:38:16: Aber sie wird immer sonderlicher für viele auf der Welt, weil Sie sagen... Das ist einfach teuer anstrengend.
00:38:22: Im Grunde steht ihr euch selbst im Weg mit eurer Innovation, China ist viel schneller in der künstlichen Intelligenz die USA unter Trump auch Deutschland oder der Datenschutz und ihr steckt sozusagen in eure eigenen Verstrickungen.
00:38:36: von Ihr Wollts allen recht machen so fest, ihr kommt wirtschaftlich überhaupt nicht so schnell voran wie die anderen Länder da an uns vorbei reiten?
00:38:43: Wie sehen Sie das als Wirtschaftsministerin?
00:38:44: Wo kann man da ein bisschen das Gestrüpp wegmachen und sagen ne, wir müssen jetzt echt beeilen weil hat uns China vielleicht auch in der Industrie-KI überholt, wenn wir jetzt verdammt nochmal nicht kapieren, dass wir unsere industrielle KI gerade Thema der Bundesregierung gewesen zusammenpacken und uns da stark machen.
00:39:06: Ich wäre nicht ich, wenn ich sagen würde okay das Storytelling der Zukunft überlasse ich denen die davon leben.
00:39:14: eine Entmenschlichung sozusagen unserer Frauen und Männer in ihrer Vielfalt, ne Abschottung dass das die gute Zukunft ist.
00:39:27: Ich glaube nicht an diese Zukunft!
00:39:29: Ich will nicht, dass wir in dieser Zukunft leben müssen.
00:39:32: ich glaube an Bürgerinnen und Bürger die Bock haben mitzumachen und ich kann ihnen sagen vielleicht ein kleines Beispiel aber sehr konkret Wer mit Nordrhein-Westfalen seit wir in dieser Koalition sind, ich verantworte den Hochlauf der Windenergieanlagen.
00:39:49: Wir führen das Feld der Länder in der Bundesrepublik an im Zuba und dem Genehmigen von Windenergienlagen Und wir schaffen das weitestgehend ohne große Proteste in Nordrheim Westfalen!
00:40:01: Wir haben ein Bürgerenergiegesetz an die Seite gestellt dieses Hochlaufs.
00:40:04: Das sagt pass auf Jeder, der hier mit Windenergieanlagen Geld verdient seit Anfang vierundzwanzig gibt zusätzlich Geld ab an die Stadt oder Gemeinde verpflichtend.
00:40:15: Dafür dass in der Stadt oder gemeinde auch ökonomisch davon profitiert wird das die Windräder dastehen und die Bürger dieser Stadt entscheiden.
00:40:22: was passiert damit?
00:40:24: Das bedeutet Menschen merken es geht nicht über ihre Köpfe hinweg sondern sie können mitgestalten.
00:40:31: ich glaube wenn wir Die Idee dessen, was ich gerade ausgeführt habe.
00:40:37: Man nimmt als eine der möglichen Zukunftsszenarien, einer die Hoffnung macht, eine die Zuversicht macht.
00:40:43: Eine, die Europa eben nicht aufgibt.
00:40:46: Eine die anerkennt dass es ein Systemwettbewerb gibt zwischen Diktatur und liberaler Demokratie.
00:40:53: Dann will ich gerne in dem Team spielen, was alles versucht das hinzukriegen.
00:40:58: Und deswegen gibt es doch diese schmerzhaften Prozesse auch für uns in der Politik gerade.
00:41:04: Staatsmodernisierung ist nichts anderes als dem Staat und seinen Akteuren zu sagen heraus aus der Komfortzone.
00:41:12: Rein in Agilität, in Erreichbarkeit, in eine dienende Position für Wirtschaft, für Zivilgesellschaft, für Bürgerinnen und Bürger!
00:41:22: Weil es genau darum geht.
00:41:24: und wir haben eine Dichte an Patenten in Nordrhein-Westfalen, die in Europa ihresgleichen sucht.
00:41:32: Und deswegen arbeiten wir daran aus diesen Patentenden konkrete Geschäftsmodelle zu machen weil Es ist die Ressource Die Wir Haben In dem was uns das Grundgesetz bietet mit der Wissenschaftsfreiheit Mit der Meinungsfreiheit Den Menschen und ihren Ideen in Rahmen zu geben, indem sie ihre Ideen verwirklichen können.
00:41:53: Für soziale Innovation aber eben auch für ökonomische Innovationen, für technische Innovation.
00:42:00: vorne zu bleiben und sich an der Spitze behaupt- Und das zu schaffen, ist das was wir als Ressource in Nordrhein-Westfalen haben.
00:42:10: Deswegen investieren wir ja sehr konkret am meisten in genau diese Idee des Bildungs-, Ausbildungs-, Hochschulen die Orte sind an denen die Zukunft entsteht und aus der heraus dann die Unternehmen den Mut besitzen zu investieren trotz einer zugegebenermaßen schwierigen Lage, dass die ihre Kapitalseite mobilisieren und wieder beginnen hier stark zu investieren.
00:42:37: Wir tun das was wir tun müssen dafür, dass eine Infrastruktur stimmt, dass sie Energie fließt, dass diese Daten fließen... Und würden Sie
00:42:44: auch sagen, dass ihr Land Nordrhein-Westfalen die Sicherheitsarchitektur der Bundesrepublik Deutschland stärkt?
00:42:54: Dass sie dazu beitragen Ein Bundesland hat keinen Verteidigungsminister, aber dass sie Teil unserer Sicherheitsarchitektur sind und da aktiv dran mitwirken, dass wir wehrhaft bleiben.
00:43:08: Ja das tue ich weil Frieden zu sichern ist ja nicht nur Aufgabe von Rüstungsunternehmen sondern jedes Unternehmen.
00:43:17: Wir sind in Nordrhein-Westfalen sehr unterwegs, die Fragen von wie sichert man sich eigentlich vor den großen Cyberattacken gerade in unseren starken Mittelstand sozusagen aufzukehren zu unterstützen und mit anzupacken.
00:43:31: Daraus abgeleitet aus den Hochschulen die technologischen Innovation direkt in Anwendung zu bringen eine sichere KI, sichere sozusagen Datenlösungen aus Nordrheines Fallen entwickelt im europäischen Modell aufzustellen.
00:43:45: ja das ist auch ne Seite sozusagen den Frieden zu wahren.
00:43:50: Zu wahren, aber wenn ich jetzt mal eine altgrüne Stimme sage ich aus der Vergangenheit, aus der Frühzeit der Grünen wäre dann würde ich sagen das klingt alles noch mal schleichenden Militarisierung des Alltags.
00:44:00: Frau Neubauer wie wollen Sie denn verhindern dass die vielleicht berechtigte Sorge um Sicherheit bei uns in eine dauerhafte Angst- und Misstrauenskultur umschlägt, dass wir immer denken Wir könnten abgehört werden.
00:44:12: Wir könnten ausgelauscht oder angegriffen werden.
00:44:16: Überall sollen wir uns jetzt abschotten Und überall gibt es Cyber Sicherheit die von uns verlangt wird Wehrhaftigkeit.
00:44:23: Wir müssen zurück schlagen können.
00:44:25: Wie können Sie als grüne Partei das verhindern?
00:44:28: Oder als Ministerin
00:44:32: vielleicht darüber, dass es Schützen wird.
00:44:37: Und das ist Schutzbietet, dass es Schutz bietet für unternehmerisches Know-how, dass Es Schutz bieten soll für jede und jeden einzelnen sozusagen bei den eigenen Daten sicher zu sein, dass die Angriffe die ja schon stattfinden also Es ist ja so Herr Schmiese, wir reden nicht über eine Zukunft in der mal passieren könnte.
00:44:59: Dass man abgehört und angegriffen wird über Cyberattacken.
00:45:03: Es ist Realität, es ist ein real existierender wirtschaftlicher Schaden durch Cyberattacken in der Bundesrepublik.
00:45:10: Das findet gerade statt... Und weil ich nicht will, dass wir Dinge mit uns machen lassen.
00:45:17: Will ich das wir selbstbewusst und konzentriert und ja auch mit Anstrengung und mit notwendigen Debatten dazu sicherstellen?
00:45:25: Dass wir unsere Souveränität nicht verlieren!
00:45:28: Ich will mir nicht vorstellen in einer Zeitverantwortung getragen zu haben, wo ich im Rückblick sagen muss ja gut hätte man machen können wäre aber anstrengend gewesen.
00:45:39: Ich bin bereit diese Anstrengung zu unternehmen und ich weiß dass die Menschen in Nordrhein-Westfalen bereit sind auch anstrende Diskussionen zu führen.
00:45:49: Ich glaube wenn man ernst nimmt dass es Argumente gibt, die vermeintlich gegen meine Argumenten sprechen und wenn man sie sozusagen weckt.
00:45:58: Und wenn man sich in den Diskurs begibt, wenn wir wieder lernen im Diskurs miteinander zu geben und um die beste Lösung zu streiten und zwar nicht darüber, dass wir's am lautesten rausbrüllen sondern das wir zum Beispiel mit denen, die das betreffen wird also diejenigen die heute jung sind, die vierzehn-fünfzehn-, sechzehn sind.
00:46:15: Die wird das betreffen wenn wir dahin kommen dass es wieder eine Wehrpflicht gibt.
00:46:20: ich will das mit den jungen Leuten besprechen.
00:46:22: Ich will's nicht über ihre Köpfe hinweg entscheiden weil junge Leute in der Minderheit ohne Schutz sind.
00:46:28: und wenn man also sagt Es gibt ne Generation die hat in Frieden, Freiheit und Sicherheit hier leben können.
00:46:34: Und zugegebenermaßen hinterlassen wir denen, die heute noch gar nicht geboren sind oder jung sind ja eine Gesellschaft, die jetzt nicht unbedingt ruhig und souverän und zuversichtlich in die Zukunft blickt dann ist es notwendig mit Dingen genau über die Fragen zu
00:46:50: sprechen.".
00:46:59: den Geist des westfälischen Friedens in einem einzigen Satz in unsere heutige Zeit übersetzen müssten.
00:47:06: Frieden bedeutet heute vor allem,
00:47:08: den Frieden im Miteinander durch einen ehrlichen und auf Augenhöhe ausgetragenen Streit um die beste Idee für die Zukunft zu führen kommen weil es um sehr viel geht.
00:47:30: Auf dem Spiel steht, das was wir glauben, was ganz normal ist zu verlieren.
00:47:37: Und deswegen müssen wir uns kümmern dass diese Selbstverständlichkeit einer freien Demokratie keine ist sondern davon lebt es wie alle daran mithirken.
00:47:49: Mona Neubauer stellvertretende Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Ministerin für Wirtschaft und Gesprächspartnerin bei unseren Podcast.
00:48:00: Ganz herzlichen Dank für dieses Gespräch und alles Gute!
00:48:05: Danke schön, auch Ihnen alles Guter.
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